A Very Vegan Life
Ausprobiert Dies & Das

OMNIBLEND V

Seit vergangenem Jahr besitze ich einen Hochleistungsmixer, den Bianco Puro 4, welcher mit einem Preis von 599 Euro im oberen Segment anzusiedeln ist. Manche können oder wollen einen solchen Preis nicht zahlen, möchten jedoch auf nährstoffreiche, grüne Smoothies nicht verzichten. Um die Nährstoffe, insbesondere das Chlorophyll aus faserigem Grünzeug, allerdings optimal freisetzen zu können, wird ein leistungsstarkes Gerät benötigt. Man kommt um einen Hochleistungsmixer nicht drumherum, da Standmixer und Pürierstäbe oft stark erhitzen und so Nährstoffe noch zerstören oder auch letztendlich überhitzen und kaputt gehen.

Wer kurz & kompakt die häufigsten Fragen zum Thema Mixer beantwortet haben möchte, klickt sich sofort in die Mixer FAQs und erfährt auf die Schnelle mehr zu meinen vielfältigen Mixer-Erfahrungen.

Ich bin mit meinem Bianco Puro 4 sehr zufrieden und dennoch habe ich es mir nicht nehmen lassen, ein kostengünstigeres Gerät, den OmniBlend V, zu testen. Dieser wurde mir dankenswerterweise von Standmixer.de für einen ausführlichen Test zur Verfügung gestellt. Mit einem Preis von z.Zt. 289 Euro bei Amazon liegt der getestete Hochleistungsmixer weit unter dem Preis meines Gerätes und doch verspricht dieser, auf Grund der Leistungsmerkmale, ähnliche Ergebnisse.

Design & Stabilität

Beim Auspacken fällt erst einmal die Leichtigkeit, verglichen mit einem Bianco Puro 4 mit ähnlicher Größe, auf. Der Grundsockel, Behälter und Stößel bestehen vollständig aus Plastik. Vor allem der BPA-freie Behälter wirkt auf mich sehr dünnwändig und auch der Deckel ist bei Abnahme wenig stabil und lässt sich ohne riesige Anstrengungen zusammen drücken. Leider macht das Gerät optisch wenig her und erscheint nur nach funktionalen, weniger nach ästhetischen Aspekten erbaut worden zu sein. Zu haben ist das Gerät in drei Farben: schwarz, weiß und rot. Es gibt die Behälter in verschiedenen Größen sowie mit und ohne BPA. Das dünne Plastik, insbesondere in Bezug auf den Behälter, wirkt auf mich erstmal wenig wertig und haltbar. Es gibt kein Display, welches Zeit o.ä. anzeigt. Die sechs Schneidemesser sind anders angeordnet als beim Bianco Puro 4 und haben auch keine Zacken. Unter den vier größeren, stumpfen Messern liegen zwei kleine, scharfe Klingen versteckt. Die Messer beim Bianco Puro 4 sind alle stumpf.

Grüner Smoothie & Cashewcreme

Letztendlich kommt es allerdings darauf an, welche Ergebnisse der OmniBlend V erzeugt, daher schaue ich mir die technischen Details an: Das Gerät verfügt über einen An-/Ausschalter, über drei Schalter, damit die Gewindigkeitsstufen der Messer einzustellen sind (13.300, 26.600 und 38.000 Umdrehungen) sowie über drei Tasten, mit denen das Gerät 30, 60 oder 90 Sekunden betrieben werden. Zusätzlich gibt es eine Impuls-Taste.

Für einen ersten Test gebe ich die Zutaten für meinen liebsten grünen Smoothie in den Behälter. Der wackelige Deckel lässt sich schwer richtig positionieren und ich habe im ersten Moment doch noch Angst, dass dieser noch abfliegen könnte. Ich stelle das Gerät an und entscheide mich für die mittlere Geschwindigkeitsstufe. Bei meinem Bianco Puro 4 habe ich nach 30 Sekunden im Smoothie-Programm (Stufe H für 8 Sekunden, dann 2 Sekunden Stopp, 3 Wiederholungen) einen bereits cremigen Smoothie, beim Omniblend V warte ich mehr als 60 Sekunden um feststellen zu müssen, dass meine Banane im Smoothie noch leicht stückig ist. Dennoch: Das Ergebnis ist letztendlich mit dem des Bianco Puro 4 vergleichbar, wenn auch etwas weniger cremig.

Für einen weiteren Test verarbeite ich Cashews zu meiner Cashewcreme. Hier brauche ich zum einen mehr Wasser als angegeben und muss oft mit dem Stößel nachschieben, welcher mir dabei sehr kurz und schmal erscheint. Es dauert etwas länger als mit dem Bianco Puro 4, doch auch die Cashews hat der OmniBlend V letztendlich klein gekriegt. Einzig die Cremigkeit, wie diese bei dem Bianco Puro 4 entsteht, konnte nicht mithalten und diese würde ich zum Beispiel bei rohveganer Torte schmerzlich vermissen. Worauf dieses zurück führen ist, dieses vermag ich nicht zu beurteilen.

Leider hat der Stößel keinen integrierten Temperaturmesser, so dass die Wärme, die im Behälter entsteht, nicht einfach nachgemessen werden kann. Wichtig wäre dieses allerdings bei Zutaten, die längere Zeit verarbeitet werden müssen, so dass man vereinfacht darauf achten kann, dass man keine Temperatur über 42 Grad erreicht, sofern man sich denn rohköstlich ernähren möchte. Auch fehlen Programme mit verschiedenen Geschwindigkeiten und Intervallen, die die Verwendung sehr viel variabler gestalten. Da das Gerät zu dem sehr leicht ist und ich immer Angst habe, dass der wackelige Deckel abfliegen könnte, bleibe ich grundsätzlich neben dem Gerät stehen, so dass ich im Notfall vielleicht noch den Stecker herausziehen könnte. Leider vergesse ich hin und wieder auch das Gerät auszuschalten, denn bei dem Bianco Puro 4 geschieht dieses nach kurzer Zeit automatisch.

Interessant wäre an dieser Stelle ein Test über langen Zeitraum und auch, ob der OmniBlend V, so wie der Bianco Puro 4, mit Leichtigkeit einen Avocado-Kern zerkleinern kann. Da es sich allerdings um ein Leihgerät handelt, welches ich ungern zerstören möchte, sehe ich davon lieber ab.

Reinigung

Die Reinigung funktioniert einwandfrei, in dem ich eine kleine Menge Spülmittel mit Wasser in das Gerät gebe und dieses erneut anstelle.

Fazit

Für alle, die bisher für einen grünen Smoothie mit einem Standmixer oder Pürierstab hantierten, ist der OmniBlend V auf jeden Fall eine riesige Steigerung und auch notwendig, sollen wirklich alle Nährstoffe freigesetzt und letztendlich auch aufgenommen werden können. Das Gerät hat die von mir gestarteten Tests und auch weitere Versuche, die ich hier nicht beschrieben habe, auf jeden Fall bestanden, auch wenn mehr Zeit dabei drauf ging und die Cremigkeit noch Wünsche offen ließ. Mich würde interessieren, wie sich das Gerät dauerhaft verhält und ob es wirklich über lange Zeit allen Anforderungen standhalten kann.

Der OmniBlend V ist an sich kein Hingucker und erscheint mir wenig wertig auf Grund des dünnen Plastiks. Erfreulich ist allerdings das beiliegende Zubehör, ein praktischer Nussbeutel und das tolle Buch Grüne Smoothies (Besonders für EinsteigerInnen ist dieses kostengünstige Buch rund um die grünen Nährstoffwunder geeignet!), so dass man sofort los legen kann. Dass es keinen zusätzlichen Trockenbehälter gibt, finde ich sehr schade, denn mit diesem lässt sich sehr fein mahlen, zum Beispiel Kaffee.

Alles in allem ist das Gerät für jene, die weniger Geld ausgeben können oder möchten und dabei nicht auf Nährstoffe verzichten wollen, empfehlenswert.

Auch die Autoren der Seite Standmixer.de haben den Omniblend getestet, allerdings haben sie diesen in Vergleich zu herkömmlichen Standmixern und nicht zu einem weiteren Hochleistungsmixer gesetzt. Wie das Urteil ausfiel, dieses könnt ihr hier nachlesen.

Dieser Artikel ist mit Unterstützung von Standmixer.de entstanden. Vielen Dank.

Weitere Mixer, die ich getestet habe, sind der Bianco Puro 4 und auch der Revoblend RB 500.

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8 Comments

  • Reply
    Angela Valletta
    25. September 2014 at 15:25

    Hallo, danke für den tollen Test.
    Hast du zufällig Erfahrung mit dem Blender von Kitchen Aid?
    Grüße

    • Reply
      Lena
      25. September 2014 at 16:17

      Liebe Angela,

      bei dem Blender von Kitchen Aid handelt sich um keinen Hochleistungsmixer, sondern um einen Standmixer. Sieht schön aus, erreicht aber nicht die erforderliche Leistung um alle Nährstoffe freisetzen zu können. Wie sich ein solches Gerät bei viel Grünzeug verhält, dieses kann ich Dir leider auch nicht sagen. Für einfache Smoothies, die man hin und wieder zu sich nehmen möchte, reicht ein solches Gerät allerdings sicherlich. (:

      Viele Grüße,
      Lena

  • Reply
    Jochen
    9. September 2015 at 17:08

    Hallo Lena,

    meine privaten Tests mit dem Omniblend sind nahezu identisch ausgefallen. Beim grünen Smoothie konnte ich aber nicht nur einen Unterschied bei der Cremigkeit feststellen. Auch ohne genaueres Hinsehen wird deutlich, dass grüne Blattgemüse nicht ganz so fein zerkleinert wird – kleine Fitzelchen der Blätter sind noch zu sehen. Hinsichtlich der Freisetzung der Nährstoffe ist das vollkommen in Ordnung, aber man sieht eben doch, dass ein Bianco Puro oder auch ein Vitamix nicht einfach nur teurer ist, sondern auch ein wenig mehr zu bieten haben.

    Was viele nicht wissen: Auch der Behälter macht einen Unterschied, der 2L Behälter schlägt den 1,5L Behälter, was wohl irgendwie mit der Geometrie zu tun hat. Aber in Anbetracht des genannten Preises scheinst du ja den großen und somit „richtigen“ Behälter ausprobiert zu haben.

    Das fehlende Display und der dünne Behälter sind in der Tat Kompromisse, die wohl dem Preis geschuldet sind. Allerdings gibt es ja viele Leute, die seit Jahren auf ihren Omniblend schwören. Seinen Job scheint er wohl zuverlässig zu verrichten.

    BTW: Tolles erstes Fotos durch den Mixbehälter hindurch. Das im Hintergrund scheint wohl dein Puro zu sein. Mutige Farbe! 😉

    viele Grüße
    Jochen

  • Reply
    Sebastian
    8. Oktober 2015 at 07:17

    Also meiner Meinung nach ist der OmniBlend V ein ziemlich guter Hochleistungsmixer und erfüllt seinen Zweck vollkommen. Ein kleiner Minuspunkt ist die Lautstärke bei der Vergleichsprodukte von Bianco besser abgeschnitten haben. Alles in einem aber ein klasse Gerät und in meinem täglichen Gebrauch.

    Danke für den informativen Test, weiter so!

  • Reply
    Angelika
    12. April 2016 at 20:46

    Ich habe das Problem das ich mir teure Standmixer nicht zulegen kann/möchte. Danke jedenfalls für deinen ausführlichen Bericht, vielleicht werde ich doch mal in den Genuss kommen. Jedenfalls mache ich derzeit noch alles mit meinem Pürierstab, funktioniert auch super. Der Omniblend ist jedenfalls in der engeren Wahl wenn ich mir mal einen Standmixer kaufen werde.

  • Reply
    Tobi
    25. Juni 2016 at 11:04

    Liebe Lena,

    deine Bewertung kann ich so leider gar nicht nachvollziehen. Meine Eltern haben einen Puro und ich besitze einen Omniblend. Ich habe also auch den direkten Vergleich. Mein Omniblend ist zwischenzeitlich sicher 3 Jahre alt und läuft noch wie eine 1. Ich kann nicht sagen, ob sie zwischenzeitlich was an der Produktion geändert haben, aber der Deckel hält bei mir so gut, dass ich oft Probleme habe diesen wieder zu entfernen. Das Glas (BPA frei) empfinde ich auch nicht als dünnwandig und ist auch so stabil, dass man z.B. auch Avocado Kerne darin zerkleinern kann. Bei Youtube kann man auch Videos finden, wo es einen Sturz aus 1,5m Höhe übersteht. Der Omniblend hat indes ein Messer, dass sowohl für trockene als auch nasse Zutaten funktioniert, da braucht der Puro zwei Behälter für. Was die ganzen Programme beim Puro angeht, halte ich diese doch für ziemliche Spielerei.

    Ja, der Omniblend ist auf das wichtigste beschränkt. Für mich als Prgmatiker hat der Puro im Vergleich eine Vielzahl an Funktionen und Eyecatchern die zumindest ich nicht brauche und auch für mich kein besseres Ergebnis liefern.

    So sind eben die Ansprüche verschieden und vielen Dank für deinen Test!! 🙂

    • Reply
      Lena Suhr
      25. Juni 2016 at 11:40

      Hallo Tobi,

      im Vergleich zu dem Puro ist schon ein Unterschied bzgl. der Materialität zu erkennen. Da schneidet das Gerät leider schlechter ab. Als ich den Omniblend getestet habe, was nun auch schon länger her ist, hatte ich leider Probleme mit dem Deckel. Freut mich zu lesen, dass es anscheinend nicht ein grundsätzliches Problem darstellt.
      Der Puro hat zwei verschiedene Behälter, allerdings brauchst du nicht zwingend zwei davon, da der Nassbehälter auch für trockene Zutaten funktioniert. Der Zusatzbehälter wurde nur für trockene Zutaten optimiert.
      Klar, der Omniblend tut auch was er soll, keine Frage. Hier liegt es dann, bei der Kaufentscheidung, wie du ja auch geschrieben hast, letztendlich an den Ansprüchen, die man selbst an ein solches Gerät stellt. ((: Dir weiterhin Happy Mixing!

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