A Very Vegan Life
Kooperation & Medien Stories Unterwegs

Roskilde Festival – Dänemarks viertgrößte Stadt mit Orange Feeling

(Werbung) Bob Marley, The Cure, David Bowie, Paul McCartney, Nirvana, Guns ’n‘ Roses, Rihanna und The Rolling Stones sind nur einige sehr wenige, die seit 1971 beim Roskilde Festival auftraten. In diesem Jahr war es vor allem Eminem, der die Massen anzog – neben den Gorillaz, Stormzy, Nine Inch Nails, Massive Attack, Nick Cave & The Bad Seeds sowie 169 weiteren Acts, die sich auf acht Bühnen auf dem riesigen Gelände in Dänemark verteilten. 

Rund 50 festangestellte Mitarbeiter/innen und 30.000 ehrenamtliche Helfer/innen ermöglichen, dass das Roskilde Festival mit 130.000 Einwohner/innen für zehn Tage zur viertgrößten Stadt Dänemarks anwächst. Eine Stadt, die zeigt, dass ein respektvolles Zusammenleben in Vielfalt möglich ist.

Das Roskilde Festival ist allerdings nicht nur eines der größten Festivals in Europa, sondern obendrauf auch ein Non Profit-Festival. Das bedeutet, dass der gesamte Gewinn des Festivals an gemeinnützige Organisationen gespendet wird (z.B. an Red Cross, Amnesty International). In jedem Jahr sind das ungefähr 2-3 Millionen Euro und insgesamt bisher 36 Millionen Euro, die gespendet werden konnten.

Der Non Profit-Gedanke lebt auch von den vielen Helfer/innen. Sie begleiten Führungen über das Gelände oder arbeiten vor Ort als Ordner und an den vielen Ständen. Rund 8 Stunden gehen während der gesamten Festivalzeit dafür drauf, doch als Dank für ihr Engagement erhalten sie das Ticket für das Festival kostenlos.

Dieses fand in diesem Jahr vom 30. Juni bis 8. Juli 2018 statt. Ich war von Mittwoch, den 4. Juli bis Sonntag, den 8. Juli 2018 vor Ort. Ein paar Jahre ist mein letztes Festival schon her, doch da ich vom Roskilde Festival bisher nur Gutes gehört hatte, freute ich mich sehr darauf – und vor allem auch auf Eminem & Touche Amore.

Equality – In our city we do not judge

In Kunstbeiträgen in der Art Zone und bei abwechslungsreichen Aktivitäten (Workshops, Talks, u.ä.) wird in jedem Jahr ein sozialpolitisches Thema eingearbeitet. Die Veranstalter/innen des Festivals möchten damit die temporären Bewohner/innen inspirieren und dazu aufrufen, die Gesellschaft nachhaltiger und sozialer zu formen.

Equality wurde dabei für die Jahre 2016 bis 2018 gewählt, um zu demonstrieren, dass Gleichberechtigung zwischen den Menschen für eine soziale Gesellschaft unabdingbar ist. Vor Ort lautete es daher auch: In our city we do not judge.

Die Equality Walls, vier riesige Nachbauten der acht Prototypen, die Trump als Mauer an der Grenze zu Mexiko einsetzen möchte, zogen dabei besondere Aufmerksamkeit auf sich.

I am here for the food

Weil mich neben der Musik vor allem auch die Kulinarik auf dem Festival interessierte, gibt es jetzt ein paar kulinarische Einblicke.

Kurz vorweg: Wer das Roskilde Festival besucht, kann die mit Ravioli gefüllten Dosen bedenkenlos im Regal des hiesigen Supermarkts stehen lassen. Das gilt auch für Veganer/innen, die auf die gemüsige Variante zurück gegriffen hätten.

Food Stalls

Rund 130 Food Stalls boten überall auf dem Gelände abwechslungsreiche Gerichte an: von Falafel über Hot Dogs, Currys und Burger bis hin zu Sushi. Für Mutige wurden sogar Insekten zum ansonsten fleischlosen Burger gereicht.

Über die Hälfte der Stände verwendete dabei um die 90 Prozent der Zutaten aus biologischem Anbau, wobei einer von fünf Ständen sogar die 100 Prozent erreichte. Angeboten wurden die Speisen vor allem von lokalen Anbietern. Doch auch von Organisationen, die sich zum Beispiel für Geflüchtete einsetzen und diese als Freiwillige beim Festival einbezogen.

Jeder Stand auf dem Gelände ist angehalten, mindestens ein vegetarisches bzw. veganes Gericht anzubieten sowie möglichst ein Gericht, welches bei ca. 40 DKK (ca. 5 Euro) liegt. Ansonsten können die Kosten auch schon mal auf 100 DKK ansteigen.

Stage Dining

Am Freitag wird traditionell vor der Orange Stage, der größten Bühne des Festivals, diniert. Dazu kamen in diesem Jahr rund 2000 Menschen zusammen und genossen ein vegetarisches Menü in mehreren Gängen.

Tickets für dieses Event können im Vorfeld online erworben werden.

The Sexy Veggie Tour

Wir meldeten uns zu einer Food Tour an. Das sind geführte Touren zu abwechslungsreichen Themen, wie zum Beispiel die Gourmet Food Tour oder die Hangover Food Tour. Die The Sexy Veggie-Tour war dabei für Veganer/innen geeignet.

Diese führte uns zuerst zu Meyers Mad. Dies ist ein sehr großer Stand, welcher von Claus Meyer, einem Gründer des weltbekannten noma, organisiert wird. Das Restaurant wurde mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet und bereits vier Mal zum besten Restaurant der Welt gekürt.

Die Gerichte wurden frisch vor Ort, auf dem Festivalgelände, zubereitet. Sogar das Brot und große Zimtschnecken wurden hier gebacken. Kochkurse konnten ebenfalls vor Ort gebucht und erlebt werden. Ein Green Workshop, bei dem Falafel zubereitet wurden, wurde sogar kostenlos angeboten.

Nach einem kleinen Backstage-Rundgang reichte man uns köstliche Rote Beete-Falafel mit Getreide, Erbsenpüree, Salsa und gegrillten Spitzkohl mit Dukkah – mein absolutes Food-Highlight des Festivals. Ich hätte mir niemals vorstellen können, so hervorragend bei einem Festival zu essen.

Unsere Tour führte uns danach vorbei am Jägermeister-Stand und dem beliebten Food Court. Die überdachte Halle bietet lokalen Anbieter/innen die Möglichkeit, kleine Stände für die Zeit des Festivals zu mieten. Diese sind bereits voll funktionsfähig ausgestattet, so dass auch Gastro-Newcomer und sogar Hobbyköche eingeladen sind sich auszuprobieren. Auch, wenn diese vielleicht noch nicht über das passende Equipment verfügen. Hauptsache, das Konzept stimmt mit den Ansprüchen des Festivals überein.

Wir testeten ein würziges indisches Bio-Dhal mit Reis bei Namasté und zogen danach direkt weiter in den Arena Park. Dieser liegt hinter der Arena, der zweitgrößten Bühne des Festivals. Dort warteten vegane Burger mit Rote Beete-Pattie und Guacamole bei Cocks & Cows darauf, von uns vertilgt zu werden.

Danach genehmigten wir uns noch zwei Currys, bevor wir den Rundgang mit einem Indian Pale Ale am Craft Beer-Stand Beer Bar’n und mit neu erlangtem Hintergrundwissen zu den Food Stalls abschlossen.

Während der Tage alles auszuprobieren, das für Veganer/innen geeignet gewesen wäre, war für mich unmöglich. Vermutlich habe ich nicht einmal alles gesehen, was möglich gewesen wäre.

Neben verschiedenen Currys, Burger und Hot Dogs wanderte auch die vegane Vielfalt des nahegelegenen ALDI in meinen Bauch – vor allem zum Frühstück. Zwar waren auch frisches Obst, Sandwiches, Smoothies und veganer (Eis-)Kaffee auf dem Gelände zu haben, doch ich probiere auch gerne aus, was die Supermärkte in anderen Ländern her geben.

Einzig eine pflanzliche Pizza konnte ich vor Ort nicht entdecken. Dabei gab es durchaus Stände, die Pizzen aus dem Steinofen anboten. Zuhause habe ich mir daher eine Gourmetpizza von Gorm’s Pizza nachgebaut. Ich kombinierte dafür knusprigen Pizzateig mit dünnen Kartoffelscheiben, Creme Vega von Dr. Oetker, Feto von Taifun und Trüffelöl von Flaschenweise. Eine Kombination, die mein Herz im Sturm erobern konnte.

Gemangelt hat es mir vor Ort an Nichts, doch gewünscht hätte ich mir ein Porridge am Morgen oder abwechslungsreiche healthy Bowls. Gewohnheiten nimmt man schließlich doch überall mit hin.

Weitere Gerichte (und Konzertausschnitte) kannst du dir in meiner Roskilde-Story auf Instagram ansehen. 

Food Jam – Brunch auf dem Zeltplatz

Eine Besonderheit, die ich von keinem anderen Festival kenne und sofort lieben gelernt habe, ist das Food Jam-Zelt. Bevor wir dort ankamen, bahnten wir uns am Morgen den Weg vorbei an Yoginis beim Silent Yoga, die es sich vor der Orange Stage bequem gemacht hatten.

Weiter ging es durch die Trade Zones. Dort sind neben bekannten Marken unter anderem auch Second Hand-Shops, Fair Trade-Labels und Shops für temporäre Tattoos aneinander gereiht. Durch ein auffälliges Gate erreichten wir irgendwann den eingestaubten Campingplatz DreamCity, einer von vielen unterschiedlichen Camping Areas des Festivals.

An einer Stelle, der sogenannten WarZone, schienen die vor allem jugendlichen Bewohner/innen und ihr Müll bereits zu einem Ganzen verwachsen zu sein. Hier befanden sich noch weitere Shops und Food Stalls, doch auch ein Postamt, von welchem man kostenlos Karten an die Daheimgebliebenen schreiben konnte. Beim traditionellen Naked Run rannte man hier um Tickets für das Folgejahr.

Wer es lieber Silent & Clean mag, verbrachte die Tage noch südlicher auf dem Gelände. Mit Blick auf einen Fisch- und einen Schwimmteich oder inmitten einer anderen Special Camping-Area. Manche waren sogar bereits mit kleinen Tent Houses, Beduinenzelten oder auch Lodges ausgestattet.

Angekommen im Food Jam-Zelt, wickelten wir uns direkt die Schürzen um. Gemeinsam wählten wir – unter Anleitung einer ehrenamtlichen Helferin – jene Zutaten aus, die wir für unser geplantes Gericht brauchten. Allerlei Gemüse, Bohnen, Kräuter sowie Pilze und Früchte wanderten in unseren Korb. Hochwertige Öle und Bio-Gewürze standen schon bereit.

Wir bereiteten ein Porridge mit Früchten und eine reichhaltige Bowl zu, während nebenan Fische auseinander genommen und Pancakes gebacken wurden.

Die Idee, während eines Festivals mit einem Brunch nach Belieben in den Tag zu starten, gefällt mir sehr gut. Für das Vergnügen wurden pro Teilnehmer/in 65 DKK (ca. 9 Euro) fällig. Doch angesichts der Möglichkeiten, die einem dort geboten werden und der qualitativ hochwertigen Bio-Zutaten, finde ich den Preis durchaus angemessen.

Weitere Einblicke in das FoodJam-Zelt gibt es bei Instagram

Orange Feeling

Immer wieder hört man von dem Orange Feeling, welches das Roskilde Festival aus macht. Doch auch wenn die Bedeutung für jede/n temporäre/n Bewohner/in vermutlich eine andere ist, so war dieses besondere Gefühl direkt spürbar, sobald ich das riesige Gelände betrat.

Ich bemerkte die Leidenschaft, mit welcher das Festival organisiert und durchgeführt wurde. Kleinste Kleinigkeiten, die durch und durch durchdacht und oft mit einer tieferen Bedeutung versehen waren, wollten entdeckt werden. Es lohnte sich daher durchaus, sich tiefer mit der Geschichte des Festivals und den Eigenheiten auseinander zu setzen, um dem berühmten Orange Feeling noch näher zu kommen.

Auffallend auch: jede/r Freiwillige vor Ort war mit viel Engagement dabei. Alle waren sehr bemüht, das Festival für die Menschen zu einem besonderen Erlebnis werden zu lassen. Bei Einlass wurde man stets freundlich auf dem Gelände begrüßt. Allerorts, zum Beispiel in den Gräben vor den Bühnen und an kleinen Ständen, wurde kostenlos Wasser verteilt, um vor Dehydrierung zu schützen.

Durch die musikalische Vielfalt und die unzähligen Aktionen und Attraktionen, die das Roskilde Festival bietet, wurden auch in diesem Jahr unterschiedlichste Menschen in allen Altersklassen und mit verschiedenen Lebensentwürfen angezogen. Dennoch begegnete man sich stets mit Respekt und feierte vor den acht kleinen und großen Bühnen gemeinsam.

Sogar aus negativen Begleiterscheinungen, vor denen leider auch das Roskilde Festival nicht geschützt ist, wird versucht noch etwas Positives heraus zu holen. So wurden Zelte, die nach dem Festival nicht abgebaut wurden und noch nutzbar waren, an Geflüchtete vergeben.

Umfangreiche Informationen zum Roskilde Festival findest du auf der Homepage, in der App, doch auch bei YouTube und auf anderen Social Media-Kanälen.

 

Werbung / Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Factory92 und der Popakademie entstanden. 

Fotos: Lena Suhr + FoodCourt: Sebastian Schwarz

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