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Costa Barcelona Week: Viva La Vida II

Die Costa Barcelona Week geht weiter: wir verlassen das Seebad Sitges und fahren weiter nach Monistrol de Montserrat.

Costa Barcelona Week & Monistrol de Montserrat

Mit der Zahnradbahn fahren wir über fünf Kilometer den Berg hinauf.  Mit dieser rattern wir am bizarren Gebirge entlang und überwinden dabei die ersten 600 Höhenmeter. Am Kloster angekommen, besteigen wir die nächsten Bahn: eine Standseilbahn. In nur sieben Minuten erreichen wir die Höhe von 1.000 Metern über dem Meeresspiegel. Auf dem Pla de les Taràntules, dem Gipfel, bietet sich einem ein unvergleichlicher Ausblick auf das Kloster, die Umgebung und sogar auf die Pyrenäen.

Nach einem Rundgang durch den Naturpark, fahren wir wieder hinunter zum Kloster. Mittlerweile sind viele Besucher/innen am Wallfahrtsort eingetroffen, die sich die Basilika ansehen und an Gottesdiensten des Benediktinerklosters teilnehmen. Vor der Moreneta, die schwarze Madonna und Schutzpatronin Kataloniens, bildet sich eine lange Warteschlange. Am Mittag singt der Knabenchor vor begeistertem Publikum.

Das Mittagessen nehmen wir im Restaurant Abat Cisneros ein, einem Speisesaal, welcher ein umgebauter Pferdestall ist und mit einer Gewölbedecke aus Stein und unverputzten Steinwänden begeistert. Innerhalb kurzer Zeit ist der große Saal, der 120 Personen aufnehmen kann, gefüllt.


Terrassa

Der Nachmittag wird in Terrassa verbracht, einer textilen Industriestadt. Auch diese ist, wie die gesamte Costa Barcelona, vom Modernisme und der Romantik geprägt. Unseren Rundgang beginnen wir an der Masia Freixa. Das Gebäude wurde zwischen 1905 und 1910 vom Architekt Lluís Muncunill gestaltet und beinhaltet heute das Tourismuszentrum der Stadt.

Wir entdecken die sehr belebte Innenstadt, kommen vorbei an der großen Markthalle und der Apotheke Albiñana, welche zuvor eine Confiteria war und sehr kunstvoll gestaltet ist. Das Stadtbild ist geprägt von der Textilindustrie, sprich von umgebaute Fabrikgebäuden und Schornsteinen.

Vor der Casa Alegre de Sagrera halten wir an. Im Hinterhof, in dem von dem Textilfabrikanten Joaquim de Sagrera zu Beginn des 19. Jahrhundert errichteten Gebäude, endet in diesem Moment für’s Erste ein Wettbewerb für die besten Tapas der Stadt: De Tapa En Tapa. Das große Gebäude, welches auf den ersten Blick unauffällig erschien, zeigt sich erst vom Garten betrachtet und im Inneren von seiner prachtvollen Seite. Unzählige Räume, die heute Teile der städtischen Kunstsammlung beherbergen, zeigen das Mobiliar der Familie und sind mit Wandmalereien und aufwendigen Deckentäfelungen verziert. Die Angestellten hingegen, welche in einem Flügel des Hauses untergebracht waren, teilten sich einen kargen Saal.

In der Tapas Bar La Fàbrica 1909, welche sich innerhalb eines alten Fabrikgebäudes befindet, genießen wir erneut ein umfangreiches Menü, welches mit lokalen Spezialitäten und Weinen begeistert. Während die anderen unter anderem ein Ragout mit Rinderhufe genießen, erfreue ich mich an meinem herzhaften Soja-Spieß. Der Nachtisch besteht aus gegrillten Aprikosen und konnte mich nachhaltig beeindrucken. Für mich war das Menü hier das kulinarische Highlight der Viva La Vida-Tour der Costa Barcelona Week.

 

Gestärkt bewegen wir uns weiter durch die Innenstadt, auf dem Weg zu den Minyons de TerrassaWir betreten ein großes Gebäude. In den offenen Räumen begegnen uns viele kleine und große Menschen. Aufgeregt laufen die Menschen hin und her, dann herrscht plötzlich Stille. Im Innenhof erleben wir, wie Castells erbaut werden. Die Türme bestehen nur aus vielen Menschen, manchmal bis zu 800 und werden traditionell zu Festen in Katalonien aufgebaut. Diese wirken chaotisch angeordnet, sind allerdings aufwendig durchgeplant und wurden viele Male eingeübt. Dreimal in der Woche treffen sich die Minyons de Terrassa zum gemeinsamen Training, obendrauf kommen um die dreizig Auftritte im Jahr. Jeder kann ein/e sogenannte/r Casteller werden und einen festen Platz in den Castells bekommen – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft.

Die Castells sind ein Teil des Immateriellen Kulturerbes der Unesco und obendrauf ein Symbol für den Zusammenhalt Kataloniens.

Unsere Nacht verbringen wir im Hotel Don Candido.

Santa Coloma de Cervelló

Am frühen Morgen treffen wir am letzten Tag der Costa Barcelona Week in der textilen Arbeitersiedlung Colònia Güell ein. Hier befindet sich ein kleines, aber dennoch nennenswertes Bauwerk von Antoni Gaudí: die Krypta. Man sagt, dass Gaudí an dieser Stelle zum ersten Mal die Innovationen zusammen brachte, die auch in der Sagrada Familia in Barcelona zum Tragen kommen. Das Gebäude verschmilzt durch die verwendeten Materialien, Formen und Farben regelrecht mit der Umwelt. So lassen sich zum Beispiel die farbigen Fenster wie Flügel von Schmetterlingen öffnen.

Der gesamte Bauplan für die Krypta, welche von einem Textilfabrikanten in Auftrag gegeben worden war, wurde auf Grund finanzieller Fragen leider nie komplett umgesetzt.

Die Krypta gehört seit 2005 zum Weltkulturerbe der Unesco.

Der erste Teil der Costa Barcelona Week kann hier gelesen werden.

Vielen Dank an Catalan Tourist Board – Central Europe – Katalonien Tourismus für die Einladung zur Costa Barcelona Week. 

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