Unterwegs

COSTA BARCELONA WEEK: VIVA LA VIDA

Während man manche Orte nur einmal im Leben aufsucht, gibt es andere, an diese kehrt man immer wieder zurück. Jene, die sofort glücklich machen, sobald man dort wieder angekommen ist. Die sich auch nach Jahren der Abwesenheit wieder wie ein weiteres Zuhause anfühlen. Orte, an denen man Freunde gefunden hat und die mehr geworden sind, als touristischen Attraktionen, die man einmal im Leben gesehen haben muss.

Costa Barcelona Week

Für mich gehört Barcelona zu diesen Orten. Gelegen zwischen Bergen und Meer, in dem viele Verrücktheiten des Modernisme Català zu finden sind. Wo man sich im Gassengewirr des gotischen Viertels verlieren kann und sich Widersprüche vereinen. Die Stadt, in der man das tiefe Blau des Meeres einatmen kann.

Jeder der mich näher kennt, weiß um meine Liebe zu dieser besonderen Stadt. Dass es der Ort ist, mit dem ich viele Geschichten verbinde. An dem ich mich immer wieder angenommen fühle. Dass ich während meiner Aufenthalte lernte, das einfache Leben zu lieben und den Genuss mehr in den Vordergrund zu stellen. Und dass ich irgendwann, auf einer der zahlreichen Dachterrassen dieser Stadt, weltweit bekannt vor allem für unzählige Fleisch- und Fischgerichte, einmal Gastgeberin eines veganen Supper Clubs sein möchte.

Dass auch viele andere Menschen Barcelona zu schätzen wissen und sich die Stadt vor Touristen kaum retten kann, liest man in diesen Tagen wiederholt in den Medien. Die Folgen, die dieser Boom mit sich bringt, sind weitreichend. Die Wohnungspreise steigen rasant in die Höhe, kleine Einzelhändler werden durch touristische Shops ersetzt. Die Stimmung in der Stadt ist angespannt – vor allem bei den Einwohnern, die kaum ihrem regulären Leben nachgehen können. Doch auch bei den Touristen, die den Urlaub im Trubel und mit langen Schlangen vor den Touristenattraktionen nicht mehr genießen können.

Während des Anflugs auf den Flughafen El Prat schaue ich auf Barcelona herunter. Wissentlich, dass ich die Stadt dieses Mal nur umfahren werde.

Von Vilanova i la Geltrú nach Vilafranca del Penedès

Mit einem Shuttle fahre ich nach der Ankunft am Flughafen direkt in die von Barcelona 40 Kilometer entfernte Stadt Vilanova i la Geltrú. Hier beginnt die Costa Barcelona Week, bei welcher die Umgebung Barcelonas erkundet wird. Ich erreiche den Ort sehr spät, doch gerade noch rechtzeitig, um mit feierwütigen Menschen aus aller Welt im La Daurada Beach Club den Abend und vor allem den Sonnenuntergang bei köstlichen Tapas, Gazpacho, Risotto und gekühlten Getränken zu genießen. Obendrauf gibt es einen wunderbaren Ausblick auf Vilanova i la Geltrú.

Schon am nächsten Morgen verlassen wir das Ceferino Hotel und damit auch die Stadt. Der erste Tag der Costa Barcelona Week steht bei der Viva La Vida-Tour im Zeichen des Weintourismus, denn wir fahren weiter nach Vilafranca del Penedès. Eine Stadt, die vor allem für ihren Cava, den Qualitätsschaumwein, der mit der Champagnermethode hergestellt wird und ihre Weine bekannt ist.

Nach einem Rundgang durch die historische Innenstadt mit ihren kleinen, belebten Gassen, einem Besuch auf dem Markt, dem Aufstieg auf die Basílica de Santa María und einem großartigen Ausblick, werden wir durch das bekannte Vinseum geführt.

Das moderne Museum, welches schon seit 1945 besteht, zeigt die Geschichte, die Kultivierung und Herstellung von Weinen. Wir bestaunen verschiedenartige Ausstellungsstücke aus vergangenen Zeiten. Auch erfahren wir, dass im 20. Jahrhundert zahlreiche Rebsorten durch die Viteus vitifoliae, die Reblaus, die zur Familie der Phylloxeridae (Zwergläuse) gehört, für immer verloren gingen. Nur Zeichnungen, die in der Ausstellungen hängen, zeigen diese Sorten und machen deutlich, wie unterschiedlich Weinreben doch sein können. Wie die Fermentation verschiedener Weinsorten funktioniert, zeigt ein Kurzfilm, bevor der Rundgang mit einem Wein-Tasting abgeschlossen wird.

Danach fahren wir zum Restaurant Mas Rabell, welches inmitten der Weinberge gelegen ist. Zum ersten Mal in meinem Leben sehe ich einen Mandelbaum. Es gibt keine Speisekarte, sondern Menüs mit Weinbegleitung, die im Vorfeld online gebucht werden. Auf Anfrage ist es auch möglich, ein veganes Menü zu erhalten. Nach einer Kürbis-Kokossuppe, einem Ragout aus den sogenannten Mongeta del Ganxet, einer besonderen Bohnenart und einem Himbeersorbet mit frischen Früchten, fahren wir weiter nach Bodegas Torres. Dem Ort, an welchem die Weine des Unternehmens Torres produziert und gelagert werden. Hier sehen wir uns an, wie die moderne Weinproduktion funktioniert und entdecken eine eigenes Weinmuseum (Die Weine von Torres sind für Veganer/innen geeignet).

Sitges

Danach geht es zurück an das Meer, um zuerst eine Tour durch den östlichen Teil der Stadt Sitges zu machen, auf den Spuren der Americanos. Seit dem 19. Jahrhundert betrieb die Stadt Handel mit Amerika und viele ehemalige Bewohner der Stadt, die es in der Ferne zu Reichtum gebracht hatten, kamen zurück in die Stadt. Sie bauten prächtige Villen und Fabriken. Bekleidung, Weine und Brandweine waren beliebte Güter.

Wir besuchen den Palau Maricel mit unterschiedlich gestalteten Räumen, die prächtiger nicht sein könnten. Den blauen Raum, den goldenen Raum…

Im westlichen Teil der Stadt bewegen wir uns mit Segways weiter. Wir fahren die lange Strandpromenade entlang, beginnend an der Kirche des heiligen Bartholomäus und der heiligen Thekla, vorbei an der ältesten Xiringuito Spaniens und an prächtigen Villen, deren Architektur von den zurück gekehrten Americanos geprägt wurden. Wir drehen eine holprige Runde durch den Parc de Terramar. 

Am Abend genießen wir köstliche Menüs im Restaurante Fragata. Während die anderen mit Tapas beköstigt werden, bekomme ich wunderbares Tatar aus Tomate mit cremiger Avocado und Sesam sowie einen riesigen Teller mit gegrilltem Gemüse, bei welchem sofort der grüne Spargel aus der Region begeistert. Zum Dessert wird uns Kokos-Sorbet auf einer cremigen Maracuja-Sauce mit gefriergetrockneten Himbeeren gereicht. Zwar stehen die veganen Gerichte nicht auf regulären Karte, doch auf vorherige Nachfrage ist es möglich, pflanzliche Optionen zu erhalten.

Glücklich und zufrieden fallen wir an diesem Abend sehr spät in unsere Betten im Hotel Calipolis. Schon am nächsten Morgen werden wir weiter fahren. Die Costa Barcelona Week führt uns hoch in die Berge, nach Monistrol de Montserrat.

Fortsetzung folgt.

Vielen Dank an Catalan Tourist Board – Central Europe – Katalonien Tourismus für die Einladung zur Costa Barcelona Week. 

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2 Comments

  • Reply
    Arne Ewerbeck
    29. Mai 2017 at 11:49

    Wow! Jetzt habe ich Lust auf Urlaub 🙂

    • Reply
      Lena Suhr
      30. Mai 2017 at 06:10

      Zum Glück steht dieser bald an, mh?

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