A Very Vegan Life
Unterwegs

Mein Freund, der Baum: Insel Amrum mit dem Bergwaldprojekt

(Werbung) Da stehe ich nun, irgendwo auf dieser kleinen Insel in der Nordsee. Nach über fünf Stunden der Anreise, wovon zwei Stunden auf der Fähre einnahmen, bin ich auf Amrum angekommen. Hier darf ich, gemeinsam und auf Einladung von re:BLOG, das Bergwaldprojekt kennenlernen.

Das Projekt wurde bereits 1987 gegründet, der erste Einsatz fand im Jahr 1991 statt. Stephen, Peter und Matthäus, die für das Bergwaldprojekt auf Amrum tätig sind, treffen wir bereits kurz nach unserer Ankunft. Gemeinsam genießen wir am Abend im Seeblick Genuss und Spa Resort kreative vegane Menüs, die nach eigener Vorliebe zusammen gestellt werden können. Im Gespräch bekommen wir erste Einblicke in die Arbeit, die uns für einen Tag bevor steht.

Der “Zweck des Bergwaldprojekts ist der Schutz, die Erhaltung, die Pflege des Waldes, insbesondere des Bergwaldes und der Kulturlandschaften und die Förderung des Verständnisses für die Zusammenhänge in der Natur, die Belange des Waldes und die Abhängigkeit des Menschen von diesen Lebensgrundlagen. Zu diesem Zweck arbeitet das Bergwaldprojekt mit Freiwilligen in Wäldern, Mooren und Freilandbiotopen an vielen verschiedenen Orten Deutschlands“, aber auch in Österreich, der Schweiz, Spanien und der Ukraine.

Auf der Insel gibt es ca. 200h Wald, welcher vor Bodenerosion und Dünenwanderung schützt. Auch gilt der Wald als Erholungsgebiet, Rückzugsort und Lebensgemeinschaft unzähliger Arten. Nachdem 1999 der Sturm Anatol über die kleine Insel fegte, waren 20 Hektar des Waldes zerstört, so dass dieser wieder gepflanzt werden muss. Dieser ist auch wichtiger Trinkwasserspeicher für eine Süßwasserblase, welche sich unter der Insel befindet und ist damit für die Bewohner/innen Amrums überlebenswichtig.

Am Samstag, nach einem kurzen, informativem Vortrag vom sehr sympathischen Bergwaldprojekt-Teams, fahren wir mit Fahrrädern vom sogenannten Haus Amrum im Städtchen Norddorf los, hinein in ein Waldgebiet der Insel. Mittendrin stehen schon Werkzeuge, zarte Pflänzchen und Getränke bereit, so dass wir uns nach einer kurzen Einweisung direkt an die Arbeit machen können. Ahorn und Buche werden zuerst mit Baumspiralen ummantelt, die vor Wildverbiss schützen sollen. Vor allem Kaninchen seien auf der Insel für die kleinen Bäume gefährlich, erzählt Peter. Ausgestattet mit Wiedehopfhacke und Spaten, bilden wir kleine Teams und pflanzen rund 200 Bäume innerhalb von Markierungen, welche bereits vom Bergwaldprojekt festgelegt wurden. Immer mit einem Abstand von 1,5 Metern.

Nach einer Mittagspause, die mit Nudelsuppe verbracht wird, werden noch weitere standortheimische Laubhölzer gepflanzt, bevor wir den Waldbestand bei einer Begehung näher betrachten. Wir erfahren dabei, welchen Gefahren die Wälder ausgesetzt sind, warum es so wichtig ist Mischwälder zu haben und wie eine kommende Durchforstung des alten Waldes aussehen könnte. Bevor wir den Weg zurück nach Norddorf antreten, statten wir noch dem weitläufigen Strand von Nebel, genannt Kniepsand, einen Besuch ab. Dort, am größten Strand Europas, wartet feinster, weißer Sand auf uns. Das Meer hat sich zurück gezogen.

Zurück in Norddorf und an der Unterkunft des Bergwaldprojektes angekommen, gibt’s noch Kaffee und Kuchen, bevor ich mich erst einmal ein Stündchen in unserem Hotel Letj Briis hinlegen muss. Die Arbeit im Wald und vor allem auch die vielen, vielen Eindrücke haben mich geschafft. Zur späteren Stunde treffen wir uns im Restaurant de Strunluuker wieder. Auch hier ist Slow Food angesagt, wie schon im Restaurant des Vorabends. Regionale und saisonale Produkte finden bevorzugt Anwendung. Auf uns warten vier hervorragende vegane Gänge, welche den perfekten Abschluss eines ereignisreichen Tages bilden.

Rund 2000 Freiwillige engagieren sich jedes Jahr gemeinsam mit dem Bergwaldprojekt. Solltest auch du Lust bekommen haben, einmal dabei zu sein, dann kannst du (ab 18 Jahren) an den deutschlandweiten Projektwochen teilhaben. Durch die Arbeitseinsätze sollen die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme erhalten, den Teilnehmer/innen die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst gemacht und eine breite Öffentlichkeit für einen naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen bewegt werden. Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Projektleitung trägt dabei das Bergwaldprojekt. Die Teilnahme ist somit kostenlos, nur die Anreise muss eigenverantwortlich organisiert werden. Wer mit der Deutschen Bahn anreisen möchte, kann sogar vergünstigte Tickets in Anspruch nehmen. Mehr über die Möglichkeiten, das Bergwaldprojekt zu fördern, erfährst du hier.

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit re:BLOG – Nachhaltigkeitsblog powered by OTTO entstanden, einem langjährigen Partner des Bergwaldprojekts, welche nach Amrum eingeladen haben. Deren Aktion Ein Kauf. Ein Baum. Ein Wald unterstützt den ökologischen Waldumbau auf der Nordseeinsel Amrum, wobei für jedes verkaufte Möbelstück aus dem FSC-Massivholzsortiment ein neuer Baum auf Amrum gepflanzt wird. 

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2 Comments

  • Reply
    Caro
    12. Juni 2017 at 18:06

    Was für ein schönes Projekt! Ich finde es wirklich eine tolle Idee, insbesondere weil ja scheinbar jeder, der mag, als Freiwilliger helfen kann.
    Außerdem hat Amrum ja wirklich reizvolle Ecken, da war es dann ja nicht nur Arbeit, sondern auch ein bisschen Urlaub für dich 🙂
    Liebe Grüße,
    Caro

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