Desserts Rezepte Wellbeing

BACKEN OHNE ZUCKER: EINE ERKLÄRUNG

Den Zuckerkonsum zu reduzieren, bedeutet nicht, gänzlich und immer auf Zucker verzichten zu müssen. Dieses wäre auch gar nicht möglich, denn Zucker lauert faktisch überall – auch in Obst und Gemüse. Für viele bedeutet der Verzicht auf Zucker vor allem, einen Verzicht auf kristallinem Haushaltszucker. Dieser enthält im Gegensatz zu anderen Zuckeralternativen kaum noch Nährstoffen und wird oftmals einfach 1:1 durch die vermeintlich gesünderen Alternativen wie Agavendicksaft, Kokosblütendicksaft oder Reissirup ersetzt. Daher findet man, sucht man nach Backen ohne Zucker, zwar zahlreiche Rezepte, doch die meisten setzen einfach nur auf auf die sogenannten Zuckeralternativen.

Zucker bleibt jedoch Zucker und jede dieser Zuckerarten wirkt sich schädlich auf den Organismus aus, wird zu viel davon konsumiert. Daher sollte es immer darum gehen, den Zuckerkonsum – von Agavendicksaft bis hin zu Xylitol – auf ein Minimum im Alltag zu reduzieren.

Übermäßiger Zuckerkonsum, vor allem von Fruktose, begünstigt Intoleranzen und die Einlagerung von Fett um die Eingeweide. Die Risiken von Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen sich und auch leidet man im Laufe der Zeit schneller an Müdigkeit und Konzentrationsmangel. Symptome, die sich wieder nur mit der Zufuhr von (noch mehr) Zucker ausgleichen lassen.

Zucker sollte vor allem aus frischem Obst und Gemüse bezogen werden. Da heutzutage allerdings nahezu überall Zucker zugesetzt wird, sieht die Realität leider anders aus. Selbst Produkte, welche allgemein als gesund gelten, beinhalten oft riesige Mengen an Zucker, zum Beispiel Müsli oder -riegel. Zucker wird zwar benötigt, um Energie für den Tag zu haben, aber nicht in hohen Mengen.

Entscheidet man sich für eine Umstellung, dann kann diese zu Beginn eine sehr große Herausforderung darstellen. Je mehr Zucker konsumiert wurde, desto stärker können die Entzugserscheinungen ausfallen, zum Beispiel ein unersättliches Verlangen nach Zucker oder auch unerträgliche Kopfschmerzen. Nach zwei bis drei Wochen können allerdings erste Veränderungen festgestellt werden, so prägt sich zum Beispiel der Geschmackssinn mehr aus und das Verlangen nach Zucker nimmt rasant ab.

BACKEN OHNE ZUCKER

Wenn man den Zuckerkonsum verringert, sollte das nicht zugleich bedeuten, dass man niemals wieder zuckriges Gebäck essen darf. Backen ohne Zucker wäre vermutlich allerdings auch wenig schmackhaft. Niemand sollte es sich nehmen lassen, an einem Sonntag, während die Kaffeemaschine den Duft des aufgebrühten, vollmundigen Kaffees verströmt, genussvoll in ein Stückchen lauwarmes Gebäck, frisch aus dem Ofen, zu beißen. Wird der Zuckerkonsum im Alltag auf ein Minimum reduziert, können Cookies & Co. bewusster und mit mehr Genuss verzehrt werden. Schon geringe Mengen werden ausreichen, um die Dopamin-Ausschüttung heftig anzukurbeln und die Glücksgefühle durchdrehen zu lassen. Manch‘ überzuckertes Törtchen im Café wird vermutlich sogar stehen gelassen, weil es plötzlich als zu süß erscheint. Backt man selbst, hat man hingegen die völlige Kontrolle über den Konsum. Zuckerart und auch -gehalt kann auf die eigenen Bedürfnisse vereinfacht angepasst werden.

Meistens ist es problemlos möglich, die Zuckerangabe eines Rezeptes bis zu 50% zu reduzieren. Bei Rezepten, die zuckerhaltige Schokolade oder viele Früchte enthalten, konnte ich den Zuckergehalt sogar schon bis zu 75% verringern – ohne geschmackliche Entbehrungen. Auch die Konsistenz war perfekt. Wenn der Konsum dauerhaft eingeschränkt werden kann, braucht es immer weniger Zucker, um die angenehme Süße schmecken zu können. Gewöhnliche Zuckermengen können dann sogar als unangenehm empfunden werden.

Auf Grund einer Fructoseintoleranz und um meine Leber zu entlasten, nutze ich vor allem fructosefreie bzw. -arme Zuckersorten, aber auch diese immer nur in kleinen Dosierungen. Schokolade, die einen sehr hohen Kakaoanteil hat, hat in der Regel einen verringerten Zuckeranteil. Auch gibt es Schokolade, die keine Fructose enthält. Diese nutze ich bevorzugt, doch auch nur selten.

You Might Also Like...

3 Comments

  • Reply
    Bettina
    16. August 2016 at 13:44

    Ein wertvoller Beitrag, denn die wenigsten beschäftigen sich wirklich damit, einfach weil es so unbequem ist, etwas in dieser Gewohnheit zu ändern… Ich kann bestätigen, wie nach einer Änderung der Gewohnheiten der Geschmack sich ändert, man wieder mehr spürt, was einem eigentlich gut tut, und man dann die süßen Sachen gar nicht mehr mag, bzw. auch klar den Unterschied spürt von den Wirkungen eines Industriezuckers zu dem aus einem frischen Obst. Obwohl auch viel Zucker aus Obst nicht wirklich förderlich ist, ist es der erste Schritt.
    Ich habe mir angewöhnt prinzipiell auf die Zutatenlisten zu schauen, und es gibt bei mir nichts, wo Zucker zugesetzt ist. Leider wird z. B. auch in bio Produkten viel Zucker verwendet, meist dann Rohrzucker, und die Leute glauben dann es sei gesünder… Tatsächlich nehme ich seit mehr als 10 Jahren keinen isolierten Zucker in jeglicher Form mehr zu mir, und ich kann jedem empfehlen, einen Weg in die richtige Richtung zu nehmen. (-;

  • Reply
    Evchen
    14. März 2017 at 19:33

    Vielen Dank für den Artikel! Seit unsere Tochter anfängt, sich für Essen zu interessieren, backe ich unser Brot und auch alles Süße wieder selber, um den Zucker von ihr fernzuhalten (bzw. die Menge stark zu reduzieren). Das hat mir geschmacklich überhaupt nichts ausgemacht, aber ich habe es an meinem Körper so krass gemerkt. Ich hatte etwa 1 Woche lang richtige Entzugserscheinungen. Mir ist auch aufgefallen, dass ich durch Zuckerkonsum (vor allem am Abend) richtige Schlafprobleme hatte – das hätte ich nie gedacht! Aber seitdem geht es mir so viel besser! Und wenn ich jetzt etwas Süßes esse, dann nur vor 15/16 Uhr und ich leg mich abends hin und schlafe, ganz entspannt. Traumhaft 🙂
    Ich muss immer den Kopf schütteln, wenn Menschen online mit zuckerfreien Rezepten werben, und dann 10 Medjool-Datteln in 6 Muffins packen… Hoffentlich regen Artikel wie dieser zum Umdenken an!

    • Reply
      Lena Suhr
      15. März 2017 at 10:56

      Hallo Evchen,

      vielen herzlichen Dank für deinen tollen Kommentar. Es freut mich sehr, dass dir der Artikel gefallen hat. Dass Zucker so viel mehr ist als Haushaltszucker, das muss wohl erst einmal in den Köpfen ankommen. Ich arbeite dran… (:

      Viele liebe Grüße,
      Lena

    Leave a Reply