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VEGAN IN TOPFORM VON BRENDAN BRAZIER

Mit viel Interesse habe ich zuletzt die Bücher von Brendan Brazier, dem kanadischen Triathleten, gelesen. Dieser wurde besonders durch seine Thrive-Diät weltweit bekannt und gilt als einer der wenigen BerufssportlerInnen weltweit, deren Ernährung sich rein pflanzlich gestaltet

Die, die mich besser kennen, werden sich an dieser Stelle fragen, aus welchem Grund ich mir Bücher ansehe, die Höchstleistungen im Sport fördern sollen, besteht mein sportlicher Einsatz doch nur daraus mit meinem Singlespeed durch Hannover zu düsen (Zum Supermarkt und zurück…) oder einem kleinen Tänzchen am Wochenende. Meine Antwort dazu: Zum einen wäre ich noch immer gerne sportlich (Hach…) und zum anderen behandeln die Bücher sehr ausführlich Stress, ein Thema, dass mich seit Ende des vergangenen Jahres sehr stark beschäftigt und beeinflusst. Die sportlichen Aspekte sind für mich bei diesen Büchern daher (erstmal) zweitrangig gewesen.

Vegan in Topform – der Ernährungsratgeber für Höchstleistungen in Sport und Alltag von Brendan Brazier*

Brendan Brazier hat mit seiner Thrive-Diät eine Stress abbauende Diät entwickelt, die unter anderem mehr Vitalität für jene Menschen verspricht, die von Stress geplagt sind. In unserer heutigen Zeit und Leistungsgesellschaft ist Stress stark verbreitet und führt so zu vielen verschiedenen Arten von Krankheiten und Auffälligkeiten. Da wir uns dem Stress nur sehr schwer gänzlich entziehen können, ist es um so wichtiger, dass wir lernen, einen kompetenten Umgang mit diesem zu finden.

Schon im Vorwort benennt Brazier, dass alle Menschen, unabhängig ob SportlerIn oder nicht, von seiner Thrive-Diät profitieren können und so bis zu 40 Prozent des Stresses allein durch die Ernährung abbaubar sind. Ich habe daher das Buch vor allem mit dem Hintergrund gelesen, dass ich mich fragte, auf welche Weise ich meine Ernährung so anpassen kann, dass ich resistenter gegen Stress im Alltag sein würde.

Der Autor beschreibt im ersten Kapitel, auf welche Weise er Stress kennen lernte und welche verschiedene Formen von Stress es gibt. Er unterscheidet dabei zwischen anregendem Stress, Leistungsstress und unproduktivem Stress und sagt, dass allein 40 Prozent unseres Stresses auf unsere Ernährung zurück zu führen sei, dem Ernährungsstress, da diese oft zu wenige wichtige Nährstoffe beinhaltet.

Im zweiten Kapitel von Vegan in Topform erklärt Brazier seine Thrive-Diät und welchen Nutzen wir von dieser haben können. Hier benennt er, welche Nahrungsmittel förderlich für eine stressabbauende Ernährung sein können. Eine eigene Ernährungspyramide wurde hier zur Verdeutlichung entwickelt. Neben den besonderen Nahrungsmitteln mit hohem Nutzen sind auch die Rohkost und basische Lebensmittel die Themen, die ausführlicher behandelt werden. Auch auf Nahrungsmittelintoleranzen geht er näher ein und beschreibt unter Abbau biologischer Anleihen, dass wir erkennen müssen, dass unsere Energie oft nur kurzzeitig durch bestimmte Stimulanzien, z.B. bei dem Konsum von Zucker oder Kaffee, hervorgerufen wird. Es sollte laut Brazier allerdings ein nachhaltiger Energieaufbau angestrebt werden, wobei die Thrive-Diät für eine „Rekalibrierung“ des Körpers sorgen könnte.

Das dritte Kapitel handelt von den Umweltaspekten, die eine auf Pflanzen basierende Ernährung mit sich bringt, während das vierte Kapitel auf das Thema Sport und Ernährung ausführlich eingeht.

Im fünften Kapitel lernen wir die Grundnahrungsmittel kennen, auf denen die Thrive-Diät basiert und bekommen im sechsten Kapitel einen Ernährungsplan für 12 Wochen mit Tipps für die Einkaufsliste, benötigte Geräte und auch Tipps für unterwegs.

Das siebte und letzte Kapitel umfasst eine Vielzahl an interessanten Rezepten, angefangen bei Grundlagen und Smoothies über Burger und Gemüsegerichte bis hin zu Getränken und Desserts. Viele Fakten und ausführliche Beschreibungen nehmen hier viel Platz hier. So hat man viele Basic-Rezepte bereits zusammen und kann direkt mit der Rekalibrierung des eigenen Körpers starten.

Fazit: Ein tolles Buch um sich einmal näher mit dem Thema Stress auseinander zu setzen, doch auch das Thema Sport nimmt einen wichtigen Faktor ein. Zwar würde ich alle Aussagen in diesem Buch nicht so unterschreiben, manche halte ich sogar für bedenklich, dennoch ist es möglicherweise wie überall: Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Das Buch ist meiner Meinung nach sehr motivierend, so dass man sich gerne mit dem eigenen Lebensstil näher auseinander setzt und Veränderungen herbei führen möchte. Die anhängenden Rezepte sind hier eine gute Unterstützung für einen schnellen Start für die ganz Neugierigen.

Das Buch Vegan in Topform – Der vegane Ernährungsratgeber für Höchstleistungen in Sport und Alltag von Brendan Brazier ist in einer 2. korrigierten Auflage seit Oktober 2013 für 26 Euro im Handel erhältlich.

Eine tolle, ausführliche Review zum Buch findest Du auch bei beVegt.

Vegan in Topform – das Kochbuch

Das Kochbuch von Brendan Brazier beinhaltet 200 vegane Rezepte, die unter Mitwirkung namhafter Köche entstanden sind: Amanda Cohen, Köchin des Restaurants Dirt Candy im New Yorker East Village, Matthew Kenney, Gründer und Betreiber der 105degrees Academy, Julie Morris, Kuchbuchautorin und Expertin für Vollwertküche, Chad Sarno, früherer Chefkoch des bekannten Saf in London und heute Verantwortlicher für Forschung und Entwicklung des Programms Health Starts Here des Whole Food Market sowie Tal Ronnen, Küchenchef und Kochbuchautor, der schon Oprah Winfrey bei ihrem veganen Cleansing bekochte.

Im ersten Kapitel von Vegan in Topform – das Kochbuch erfolgt die Erwähnung wie Gesundheit und Ernährung zusammenhängen und auf welche Weise Ernährungsstress abgebaut werden kann. Auch erhalten wir hier noch einmal eine Einweisung in die Thrive-Diät.

Das zweite Kapitel zeigt, welchen Belastungen unsere Umwelt durch die Landwirtschaft ausgesetzt ist, während im dritten Kapitel auf verschiedene Lösungen für Umwelt und Gesundheit durch Nahrung eingegangen wird. Das vierte Kapitel geht auf die acht Elemente einer guten Ernährung ein, die auch im ersten Buch schon sehr ausführlich beschrieben wurden. Das fünfte Kapitel zeigt, welche Basisausstattung notwendig ist und welche Superfoods geeignet sind.

Das sechste Kapitel beinhaltet dann endlich die vielen Rezepte: Den Anfang machen Getränke, gefolgt von Frühstück über Salate und Suppen und Beilagen über Aufstriche, Dips, Saucen und Dresssings zu Hauptgerichten, Gemüse, Snacks, Energieriegeln und gels bis letztendlich hin zu Desserts. Viele der Rezepte sind der Rohkost zuzuordnen, doch auch scharfes Schwarzbohnen-Chili oder gebackene Pastinaken mit Kokos-Fenchelsauce, Zucchinipasta oder Quinoa-Pilaf mit Mangold und Zitrone bereichern das abwechslungsreiche Sammelsurium.

Ergänzt werden die Rezepte noch durch eine Nährstoffübersicht, Tipps zur Herstellung von Rejuvelac und Irish Moos-Gel sowie einer Auflistung liebster Restaurants und Cafés von Brazier.

Fazit: Das Kochbuch ist eine schöne Ergänzung zum ersten Buch, funktioniert allerdings auch ohne dass man das erste Buch gelesen haben muss. Wer nicht mehr von der Thrive-Diät überzeugt werden muss und lieber direkt mit der Rekalibrierung beginnen möchte, der ist mit dem zweiten Vegan in Topform – das Kochbuch bestens bedient. Einzig der 12 Wochen Plan aus dem vorherigen Buch, welcher besonders für EinsteigerInnen nützlich sein könnte, fehlt hier leider.

Das Buch Vegan in Topform – Das Kochbuch: 200 pflanzliche Rezepte für optimale Leistung und Gesundheit ist im März 2014 in Deutschland erschienen und für 29 Euro im Handel erhältlich.

Übrigens: Schon oft habe ich gelesen, dass unbedingt auf die Originalausgaben zurück gegriffen werden sollte. Dazu kann ich leider keine Aussage treffen, da mir diese nicht bekannt sind und ich auch mit diesen beiden Ausgaben in deutscher Sprache zufrieden war. Da es sich bei meiner Ausgabe von Vegan in Topform – der Ernährungsratgeber für Höchstleistungen in Sport und Alltag auch bereits um eine aktualisierte Version handelt, denke ich, dass vielfältige Fehler, die in der ersten Auflage bemängelt wurden, bereits behoben wurden. Dennoch: Keine Gewähr.

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4 Comments

  • Reply
    Sportveganer ;)
    21. Juni 2014 at 17:57

    Sehr schöner Artikel, nur habe ich noch eine Frage: Hast du die Rezepte auch selber schon mal ausprobiert? Ich hatte das Kochbuch bereits in der Hand und fand die Rezepte ein wenig … aufwändig/exotisch. Meist muss es bei mir einfach schnell gehen, bei den Rezepten waren allerdings immer sehr viele Zutaten nötig, soweit ich mich erinnere eben auch viele solche, die gar nicht so einfach zu bekommen sind. Allerdings hatte ich im Laden auch nicht so viel Zeit… Kannst du dazu schon ein Statement abgeben?

    • Reply
      Lena
      21. Juni 2014 at 19:11

      Du hast Recht, ein paar der Zutaten sind tatsächlich exotisch, wie z.B. junges Fruchtfleisch einer Kokosnuss oder Wakame. Für manche exotischeren Zutaten stehen sogar bereits Alternativen dabei. Der Rest sind allerdings hauptsächlich Obst, Gemüse und Kräuter, Öle. Da ich hier gut ausgestattet bin, ist mir jetzt noch nicht aufgefallen, dass es tatsächlich so viele unübliche Zutaten sind bzw. auch überhaupt so sehr viele, da ich sowieso gerne viele Zutaten zusammen werfe, grundsätzlich.
      Ich denke, wenn man sich erstmal eine Basis angeschafft hat, wie auch in Kapitel 5 beschrieben, dann ist das alles das geringere Problem und sicherlich lässt sich auch Vieles variieren. Ich werde jedoch noch mehr daraus kochen müssen, vielleicht ändere ich dann auch nochmal meine Meinung!? (: Viele Grüße, Lena

  • Reply
    Steffi
    22. Juni 2014 at 10:08

    Hallo Lena!

    Danke für die ausführliche Review. Ich habe mir das erste Buch ebenfalls vor einer Weile gekauft.

    ACHTUNG: auch in der zweiten Auflage sind noch Fehler vorhanden. Beispielsweise wird durchgehend von Johannisbrotkernmehl die Rede. Das ist ein Bindemittel. Gemeint ist aber Johannisbrotmehl (ohne „kern“) oder auch Carobpulver. Das gibt bei Verwechslungen sicher lustige Überraschungen. Auch andere Fehler sind noch drin, etwa auf Seite 287 beim Amaranth-Hanfsamen-Salat. Da ist leider eine Eins zu viel drin: 110g gepufften Amaranth über den Salat würde ich lieber nicht ausprobieren. 😉

    Ich habe bislang drei Rezepte ausprobiert, von denen zwei in die Hose gingen. Das Gartengemüsepfännchen war lecker. Die Zucchinichips waren von ihrer vorgegebenen Zeit bei 150 Grad im Ofen unbeeindruckt. Als ich dann dachte, vielleicht lieber Heißluft, wurden sie zu Zucchini-Kaugummis. Die Sesam-Zitrone-Cracker dagegen blieben auch nach 10 Minuten mehr im Ofen zweigeteilt: eine Hälfte (drei Millimeter dick gestrichen) verbrannt und bitter, die andere (vier Millimeter dick gestrichen) wurde durch den Agavennektar nicht richtig gebunden, da crackte nix.

    Noch gebe ich nicht auf, als letzter Punkt sei aber noch der Fokus auf Superfoods angemerkt, der mich stört. Allerdings bin ich auch kein Supersportler, vielleicht macht es für die Sinn.

    Viele Grüße
    Steffi

    • Reply
      Lena
      22. Juni 2014 at 10:13

      Wow, vielen lieben Dank für die Hinweise. Da ist es dann doch bitter nötig, doch noch mehrfach ganz genau hin zu sehen. Schade, dass so viel falsch gelaufen ist, denn das Buch gefällt mir ansonsten sehr.

      Danke Dir & liebe Grüße,
      Lena

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