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DETOX & ENTGIFTUNG – EIN EINSTIEGSPLAN

Das Wort DETOX ist in diesen Tagen kein unbekanntes mehr und dennoch kommen oft Fragen auf und die Verwirrung um das Thema ist riesig: Was brauche ich? Wie beginne ich? Was muss ich beachten? Wie sieht das Ganze praktisch aus?

Um uns ein wenig voran zu bringen und unser Detox-Wissen zu erweitern, habe ich Marcus Schall aus Hamburg zu A Very Vegan Life eingeladen, denn als selbsternannter Grünzeug-Hulk und Superfood-Guerilla hat er Einiges zu erzählen. Marcus gibt, verteilt er mal nicht hilfreiche und praxiserprobte Tipps und Tricks unter Super(good)food – rund um Green Smoothies, Detox und Superfoods – auf Facebook, tolle Workshops zum Thema der grünen Smoothies im beliebten Happenpappen und auch im Veganz in Hamburg. Von seinem vielfältigen Wissen dürfen wir heute profitieren…

Detox und Entgiftung – ein Einstiegsplan

DETOX – mittlerweile ein Modebegriff. Und eine großartige Möglichkeit, gute Geschäfte zu machen. „Detox-Kuren“ und Produkte werden inzwischen fast überall angeboten und dies zu teilweise horrenden Preisen. Grund genug also, etwas genauer hinzuschauen.

Grundsätzlich ist das „Detoxen“ oder die Entgiftung empfehlenswert. Du setzt deinen Körper täglich einer Vielzahl von Giften aus, oft ohne dies zu merken. Jedes einzelne ist dabei nicht unbedingt ein Problem, der Körper steckt viel weg. Aber irgendwann ist es dann die Summe von Umweltgiften, schlechten Essgewohnheiten, zu wenig Sport und mangelnder Achtsamkeit, die dich tatsächlich krank machen könnte.

Neben fertigen und oftmals sehr teuren Detox-Kuren gibt es viele Möglichkeiten, wie du dir selbst helfen kannst. Teilweise mit ganz alten Hausmitteln, wie sie im Übrigen schon deine Großmutter kannte und nutzte. Und wie heute bekannt ist, funktionieren viele davon wirklich gut und ganz ohne Nebenwirkungen. Detox ist also auch „Kräuterküche 2.0“!

Glücklicherweise ist es beim Detoxen wie bei vielen anderen Dingen im Leben: Du kannst mit kleinen Schritten anfangen und so ganz einfach positive Veränderungen herbeiführen. Auch einzelne Elemente des Detoxens funktionieren für sich sehr gut und bewirken vielfältige positive Aspekte. So ist beispielsweise die frische Detox-Suppe mit Kräutern und Chili ein guter Start und als einzelner Schritt an sich schon viel gesünder, als zum Beispiel einfach mit Schnitzel und Kartoffelsalat weiterzumachen. Ein grüner Detox-Smoothie erfrischt und verleiht sofort spürbar Vitalität.  Leberreinigende Wildkräuter oder Chlorella-Algen unterstützen deine Organe auf wirkungsvolle Art und Weise.

Das Detoxen ist mit der Entscheidung zum gesünderen Essen zu vergleichen: Es muss nicht gleich das volle „super(good)food-Paket“ sein, auch eine gesunde Mahlzeit am Tag ist besser als keine gesunde Mahlzeit und ein guter Start in ein gesünderes Leben!

Drei der ganz großen und gefährlichsten Hauptgifte sind übrigens ganz einfach wegzulassen: ZUCKER, WEIßMEHL und STRESS.

ZUCKER ist Suchtstoff und Nervengift Nr. 1. Und leider fast überall enthalten. Meist auch versteckt. Zu viel Zucker macht heißhungrig, müde, träge und dick. Und wer will das schon sein? Außerdem führt zu viel Zucker zu Diabetes und Herzinfarkt.

WEIßMEHL (Glykämischer Index 85) besteht aus kleinen Zuckermolekülen und sorgt so für ständige „Blutzuckerpeaks“ (Blutzuckerspitzen). Diese Blutzuckerspitzen stoppen sofort den Fettabbau, und damit auch die Entgiftung.

STRESS macht krank. Wissen wir alle. Trotzdem fallen wir immer wieder in alte Muster, sind immer und überall erreichbar, gönnen uns zu wenig Auszeiten. Stress erhöht über das Stresshormon Cortisol die Entzündungsreaktionen im Körper. Dieses kann sowohl durch zu viel Stress im Job, in der Beziehung oder auch zu lange Trainingseinheiten ausgelöst werden. Übrigens: Im „Stress-Cortisol-Entzündungskreislauf“ steckt Schätzungen zufolge mittlerweile jeder zweite in Deutschland…

Wenn du Dinge ändern möchtest: Sport, bessere Ernährung, die richtigen Lebensmittel und Gedanken zum Umgang mit dir selbst können dir helfen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen! Auch dafür bietet eine leichte Detox-Woche beste Voraussetzungen.

super(good)food SOFT-DETOX-WOCHE – Ein kleiner Fahrplan für den Ersteinstieg

1. Trinke ½ Wasser direkt nach dem Aufstehen (am besten ein sehr reines Quellwasser wie z.B. Lauretana). Alternativ 0,2l warmes Wasser mit Zitrone.

2. Meide in den nächsten Tagen die Hauptgifte: ALKOHOL, FETT, ZUCKER, WEISSMEHL,FERTIGPRODUKTE. Besonders in den Detox-Tagen gilt der Grundsatz: „EAT NO SHIT!“. Idealerweise hält man dies nach der Fastenphase gleich bei. 

3. STRESS reduzieren. Stress gehört eigentlich in die Auflistung unter Punkt #2. Ebenfalls ein Hauptgift für unseren Körper. Also „offline gehen“. Emails mal Emails sein lassen, und Meetings mal Meetings. STOP THE GLORIFICATION OF BUSY!  
 
4. Trinke 2-3 Liter kohlensäurefreies Mineralwasser über den Tag verteilt. Auf Wunsch mit etwas Zitrone oder grünem Tee, nicht mit Fruchtsäften.
 
5. FRÜHSTÜCK: Warmes Dinkelporridge oder frisches Birchermüsli mit Haferflocken. Alternativ einen grünen Smoothie (siehe z.B. Punkt #12).
 
6. Kaffeetrinker reduzieren ihren Kaffeekonsum so gut sie können und trinken zu jeder Tasse Kaffee die doppelte Menge Wasser. Hintergrund: Der „Entzug“ von Kaffee ist Stress für den Körper, und insofern im Sinne einer Entgiftung kontraproduktiv. Kaffee schwarz und ungesüßt trinken.
 
7. GEMÜSE, GEMÜSE, GEMÜSE. Davon so viel wie möglich essen. Mindestens dreimal am Tag, besser noch öfter. So pur wie möglich (ohne Saucen und Co.). Tipp: Frische Salate, Rohkostsalate, Suppen (hier z.B. die Spicy Detox-Suppe mit Ingwer und Chili).LANGSAM ESSEN. Denn besonders beim Detoxen gilt: Wer langsamer isst, ist schneller satt!  
 
8. Natursalz verwenden, zum Beispiel Himalaya-Salz oder Meersalz.
 
9. KEIN OBST. Der enthaltene Fruchtzucker sollte während der Detox-Zeit gemieden werden. Zwei Äpfel am Tag sind aber drin und durchaus empfehlenswert, wenn es die richtigen sind. Hier idealerweise eine alte und saure Apfelsorte. Zum Beispiel den guten, alten Boskoop.
 
10. Für das „11.00 Uhr-Loch“ oder den „kleinen Durchhänger“ am Nachmittag: Vorbereitet sein! Am besten in Form eines gesunden Knabbersnacks: Nüsse, Erdmandeln, rohe Kakaonibs, Samen und so wenig Trockenobst wie möglich. Dieser Snack versorgt den Körper mit wichtigen Nähr- und Ballaststoffen, und er muss tatsächlich auch in Ruhe gekaut werden. WICHTIG: Zwischen Hunger und Gelüstenunterscheiden. Oft hilft hier auch ein Glas Wasser oder eine Tasse Tee.
 
11. Eiweiß nicht vergessen. Eiweiß macht stark. Nicht nur die Muskeln, auch unser Immunsystem. Und zudem auch den Darm gesund. Somit ist eine moderate Eiweißzufuhr auch in den Detox- bzw. Fastentagen wichtig. Aber eben nicht in Form von Schweineschnitzeln sondern vor allem in Form von fettarmen Proteinquellen.
 
12. Auf Wunsch den „Very Easy-Detox-Drink“ zusätzlich trinken: 1 Glas reines Quellwasser, 1 TL Flohsamenschalen, 2 TL Luvos Heilerde mikrofein. Gleich trinken, die Flohsamenschalen quellen stark auf. Hintergrund: Die Flohsamenschalen lockern Ablagerungen und Stoffwechselabfälle, die Heilerde bindet das Zeug und übernimmt die Rolle der „Müllabfuhr“. 1-2 x täglich, ca. 2h nach den Mahlzeiten.
 
13. Täglich einen „Detox-HULK“ (Green Smoothie) trinken. Am besten vor dem Frühstück und auf nüchternen Magen. Idealerweise mit Detox-Zutaten wie z.B. Sellerie, Rucola, Gurke, Chicoree, Radicchio. Hintergrund: Alte Gemüsesorten und bittere Salate und Kräuter. Bitterstoffe regen die Verdauung und Entgiftung an, und sie unterstützen die Leber.
 
14. Gesunde Fette nicht vergessen. Essentielle Fettsäuren sind auch während der Entgiftung wichtig. Rohkostleinöl kann zum Beispiel in den Detox-Smoothie gegeben werden (1-2 TL täglich). Hintergrund zum Rohkostleinöl: Die Verarbeitungstemperatur. Rohkostöle werden bei Temperaturen bis maximal 42°C verarbeitet, die wertvollen Inhaltsstoffe bleiben so erhalten.
 
15. Ballaststoffe beachten, sie unterstützen den Darm. Neben den Ballaststoffen aus Gemüse, Äpfeln und Flohsamenschalen zusätzlich ggfs. Leinsamen und Chiasamen verwenden (je 1-2 TL).
 
16. Täglich ein leichtes Sport- oder Bewegungsprogramm, idealerweise ein leichtes Cardiotraining absolvieren. Dabei nicht an die Leistungsgrenze herangehen.
 
17. Ausreichend SCHLAFEN. Schlaf regeneriert uns. Dies ist gerade während der Detox-Phase besonders wichtig, schließlich soll der Körper ja wieder zu Kräften kommen.
 
18. Auch zwischendurch einmal ausruhen, dem Körper mehr Gelegenheit zur Entspannung geben. Idealerweise startet man daher gleich an einem Freitag Nachmittag in ein langes und entspanntes Detox-Wochende. Ohne Club-Besuch am Abend, versteht sich! 
 
Nun wünsche ich dir viel Spaß & Erfolg beim “Detoxen”! 
 
MARCUS SCHALL / Super(good)food-Coach, Grünzeug-HULK und Superfood-Guerilla

1000 Dank an Marcus für diesen tollen Bericht rund um das Thema Detox. Na, wer hat nun Lust bekommen sich und dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun?

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3 Comments

  • Reply
    Nikolai Weidner
    10. August 2016 at 02:01

    Sehr hilfreicher und einfach umzusetzender Artikel 😉 für mich gehören Flohsamenschalen am morgen zur Routine. Dazu noch ätherische Öle Zitrone und Pfefferminze. Das stellt mein „Grundpaket“ an Reinigung dar.
    Smoothies spezielle grüne Smoothies haben es bei mir noch eher schwer 😮

    • Reply
      alohazentrum
      13. August 2016 at 14:46

      Grüne Smoothies sind auch nicht prinzipiell immer zu empfehlen, vor allem wenn man sie tatsächlich so wie ein Getränk trinkt. Rohe Nahrung muss einfach im Mund mit der Verdauung beginnen. Besser sind dann immer noch frische Säfte. Allerdings ist der Grüne Aspekt sehr wichtig in vielerlei Hinsicht, Der Durchschnittsmensch nimmt kaum noch grüne Nahrung zu sich, die aber die Basis unserer Ernährung sein sollte…

      • Reply
        Nikolai Weidner
        17. August 2016 at 00:48

        Stimmt auch wieder. Ein Punkt der nur zu oft vergessen wird 😮
        Ich setzte auf bunte Ernährung, welche damit auch mehr grün dabei hat. Alleine darauf bewusst zu achten, kann schon einiges verändern!

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