Du möchtest künftig auf tierliche Zutaten in der Küche verzichten? Kein Ding, denn heutzutage ist es sehr leicht vegane Spezialitäten zuzubereiten, denn für fast alle tierlichen Zutaten und Gerichte gibt es mittlerweile vegane Alternativen. Auch ist die vegane Küche eine tolle Möglichkeit um bisher unbekannte pflanzliche Zutaten kennen zu lernen. Sogar viele Rezepte, welche uns aus der konventionellen Küche bekannt sind, sind vegan (z.B. Nudeln mit Tomatensauce, sofern Nudeln ohne Ei verwendet werden). Nachfolgend möchte ich Euch ein paar mehr oder weniger aufregende pflanzliche „Ersatz“produkte vorstellen, Favoriten in unseren Küchen und es gibt ein paar Worte zur Inspirationen für Euch. Oh, und nicht zu vergessen: Ganz unten gibt es noch die thematische Verlosung für Euch, damit ihr sofort mit dem Kochen los legen könnt…

„Ersatz“produkte

Für tierliche Produkte gibt es eine Vielzahl an veganen Alternativen, oft auch Ersatzprodukte genannt. Manche mögen möglicherweise kurios erscheinen („Warum isst man als VeganerIn denn Produkte, die so aussehen wie vom Tier?“), da tierliche Produkte imitiert werden und doch haben diese im Veganismus eine Daseinsberechtigung, denn viele VeganerInnen lehnen tierliche Produkte nicht auf Grund von Geschmack/Konsistenz/… ab, sondern viel mehr daher, da sie verhindern möchten, dass Tiere für die eigenen Nahrung gequält werden und ihr Leben geben müssen. Welche veganen Produkte es gibt und wie ihr manche Produkte ersetzen könnt, dieses lest ihr nachfolgend:

  • Fleisch-, Fisch- und Wurstwaren | Mittlerweile gibt es ein beachtliches Angebot an Fleisch-, Fisch und Wurstimitat im Handel (Bezugsquellen folgen). Die meisten Produkte werden aus Tofu und/oder Seitan (Weizengluten) sowie Lupinen hergestellt. Welche Produkte für Euch die richtigen sind, dieses müsst ihr für Euch selbst entdecken und vor allem nicht aufgeben, sollte Euch ein Produkt einmal nicht zusagen. Auch ich habe unzählige vegane Würstchen ausprobieren müssen bevor ich die Würstchen fand, welche ich bevorzuge. Für alle, welche in der Küche mehr Zeit und eigene Gewürze aufwenden möchten, gibt es verschiedene getrocknete Soja-Produkte, darunter Granulat (z.B. für Spagetti Bolognese), verschiedene Schnetzel (z.B. für Gulasch) und auch sogenannte Big Steaks (z.B. für Rouladen oder marinierte Steaks vom Grill). Diese Produkte werden erst in einem Sud aufgekocht und danach nach Belieben weiterverarbeitet. Veganen Aufschnitt bekommt ihr auch im Handel in verschiedenen Ausführungen, von würzigem Aufschnitt bis zur veganen Chorizo am Stück. Alternativ gibt es auch eine Vielzahl an pflanzlichen Aufstriche, manche imitieren sogar Leberwurst. Der rauchige Geschmack von Speck lässt sich unter anderem mit Liquid Smoke oder Rauchsalz imitieren. Es gibt sogar pflanzlichen Kaviar im Supermarkt und auch auf das sommerliche Grillen muss niemand verzichten.
  • Käsiges | Von Streichkäse über Käse am Stück bis zum Gratin-Käse findest Du viele vegane Alternativen, einige Sorten davon sogar vielleicht schon in Deinem Supermarkt? Parmesan lässt sich übrigens durch Hefeschmelzflocken oder einer Mischung aus fein gehackten Mandeln und Pinienkernen ersetzen. Auch Mozarella lässt sich sehr gut selbst herstellen, möchte man auf gekauften veganen Mozarella nicht zurück greifen. Überbacken kann man Gerichte auch mit selbstgemachtem Hefeschmelz oder mit einem Gemisch aus Mandelmus, Wasser, Zitronensaft und Salz.
  • Milch und Sahne | Unzählige Milchalternativen gibt es flächendeckend überall zu erwerben oder sind auf die Schnelle auch selbstgemacht. Neben der bekannten Sojamilch in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt es unter anderem auch Reis-, Hafer- oder verschiedene Nussmilchalternativen wie Haselnuss-, Kokos-, Mandel- oder Cashewmilch. Mit leistungsstarkem Mixer und Nussmilchbeutel oder einem elektrischen Bereiter für Milchalternativen lassen sich schmackhafte Alternativen herstellen. Vegane Sahne gibt es in ähnlich vielen Variationen.
  • Joghurt und Quark | Veganen Joghurt bekommst Du im Handel oder Du kannst diesen auch sehr leicht selbst herstellen. Quark kannst Du imitieren, in dem Du den Joghurt durch ein Küchentuch abtropfen lässt.
  • Schokolade | „Du lebst vegan? – dann darfst Du gar keine Schokolade mehr essen!“ – Oft gehört und oft geschmunzelt, denn erstmal darf ich sowieso alles essen, möchte es nur vielleicht nicht und zum anderen braucht richtig gute Schokolade keine Milch um lecker zu sein – im Gegenteil. Besonders Schokolade, welche möglichst ohne viele Zutaten auskommt und schonend verarbeitet wurde, gilt als hochwertiger. Leckere Beispiele für vegane Schokolade sind unter anderem von Lovechock, Vivani oder Naturata. Schokolade eignet sich auch wunderbar zum Kochen, zum Beispiel in leckeren Saucen.
  • Alkoholische Getränke | Rote Farbe entsteht oft aus Karmin, einem Farbstoff aus Cochenille-Schildläusen. Wein und auch (importiertes) Bier kann durch Gelatine, Albumin bzw. Kasein; Eiklar oder durch die Hausenblase, einer Schwimmblase einer Fischart, geklärt sein. Whisky oder auch Wodka sowie ähnliche Getränke werden manches Mal durch Tierkohle gefiltert.
  • Saft | Klare Säfte werden oft durch Gelatine geklärt oder mit Karmin gefärbt, daher werden die meisten naturtrüben Säfte bzw. Direktsäfte bevorzugt.
  • Essig | Viele Essige beinhalten Saft und Wein, welche wie oben benannten zuvor behandelt wurden. Naturtrübe und ungeklärte Essige bevorzugen.
  • Eis | Möchte man nicht mehr zu konventionellem Milcheis greifen, so bestehen durchaus Alternativen: Viele Sorbets sind vegan, möglicherweise auch in der Eisdiele Deiner Nachbarschaft. Manche Eisdielen bieten auch Eis aus Soja- oder Reismilch an. Wassereis ist auch meistens vegan, sofern denn keine bedenklichen E-Stoffe darin enthalten sind. Im Handel bekommst Du Eis aus Lupinen wie Lupinesse oder verschiedene Sorten Sojaeis. Laktosefreies Eis ist nicht grundsätzlich vegan – im Gegenteil.
  • Butter und Margarine | Hier ist (oft) tierliches Fett enthalten, zum Beispiel Molke, Fischöl oder Schweineschmalz. Es gibt allerdings auch vegane Alternativen, von denen viele auch dementsprechend deklariert sind, so unter anderem Alsan oder Sojola. Zum Kochen und auch Backen können auch immer Öle genutzt werden. Als rein pflanzlich deklarierte Margarine kann übrigens dennoch Bestandteile tierlichen Ursprungs beinhalten, so z.B. Vitamin D.
  • Senf und Saucen | Senf und verschiedene andere Saucen enthalten manches Mal mit Tierkohle behandelten Zucker, Honig, Molkeprodukte oder bedenkliche Essige. Mayonnaise lässt sich einfach und schnell ohne Ei herstellen, Ketchup ist oft vegan und andere Saucen sind oft auch als vegan deklariert.
  • Backwaren | Es gibt Backwaren mit Schweineschmalz, Milch, Ei, Butter und anderen tierlichen Fetten, Quark und vielem mehr. Manche Bäckerei fettet auch die Bleche mit tierlichem Fett ein. Dennoch sind viele Brötchen, Brot und oft einfache vegane Backwaren vegan, unter anderem auch in Bäckerei-Filialen wie Kamps.
  • Eier | Oft müssen Eier zum Binden für ein Rezept gar nicht ersetzt werden. Möchte man diese dennoch ersetzen, so gibt es vielfältige Möglichkeiten: Agar Agar, Agartine, Johannisbrotkernmehl,  Guarkernmehl, No Egg, Sojamehl, Banane, Seidentofu, Apfelmus und weitere andere. Zum Panieren kann man Kichererbsenmehl verwenden oder eine festere Mehlschwitze. Zum Lockern von Teig eignet sich besonders gut Sojamehl.
  • Honig | Honig gehört den Bienen und wird in der veganen Küche nicht gebraucht, denn es gibt Agavendicksaft, Ahornsirup oder andere leckeren Rübensirup, die Honig bestens ersetzen und wie Honig verwendet werden können.
  • E-Stoffe | Hinter den zahlreichen Zahlen verstecken sich oft tierliche Zutaten. Welche Stoffe hinter welcher Zahl befinden, das kannst Du hier nachlesen oder Du ziehst Dir eine App auf Dein Smartphone.
  • Gelatine | Um diese zu ersetzen, kannst Du Agar Agar nutzen oder auch Apfelpektin.
  • Brotaufstriche | Viele Marmeladen, Konfitüren und Gelees sind sowieso vegan. Für die beliebte Haselnusscreme kannst Du Carobella, Streichschakalode oder Chocoreale nutzen – oder Du machst Dir eine leckere Alternative selbst? Lecker ist auch Speculoos, ein Spekulatius Aufstrich aus den Niederlanden. Überall gibt es pflanzliche Aufstriche, zum Beispiel auf Hefebasis oder Sonnenblumenkernen. Statt des Fleischsalates mit tierlicher Wurst verwenden VeganerInnen Fleischsalat vom Tofutier. Mit Soyananda gibt es einen leckeren Frischkäse-artigen Aufstrich. Weitere einfache Möglichkeiten sind reife Avokado mit Salz und Pfeffer oder auch Hummus in verschiedenen Variationen.

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Pflanzliche Favoriten in der veganen Küche 

Dadurch, dass VeganerInnen beim veganen Kochen auf manche Zutaten gerne „verzichten“, eröffnen sich plötzlich viele weitere Möglichkeiten. Viele VeganerInnen fangen an und probieren verschiedenste Zutaten aus, welche zuvor keinen Weg in den Vorratsschrank gefunden haben. Ein paar sehr beliebte Zutaten der veganen Küche sind Folgende:

  • Amaranth & Quinoa | Beide stammen aus Südamerika und gelten dort als Hauptnahrungsmittel. Beide Zutaten lassen sich auch in unserer Küche vielfältig nutzen (Gepoppter Amaranth mit Früchten zum Frühstück, Quinoa als leckere Bratlinge…). Wusstest Du, dass 2013 von Ban Ki Moon (UN-Generalsekretär) zum „Jahr des Quinoa“ erklärt wurde? In Zeiten des Klimawandels soll Quinoa auf Grund der spezifischen Vorteile (Glutenfrei, hoher Protein- und Mineraliengehalt…) den Welthunger helfen zu bekämpfen.
  • Agar Agar | Ein anderer Name ist japanische oder chinesische Gelatine und wird entsprechend auch verwendet. Wird aus Algen hergestellt und ist so ein pflanzliches Geliermittel.
  • Agavendicksaft oder -sirup | Wird aus dem Saft der mexikanischen Agave hergestellt und ersetzt in der veganen Küche zum Beispiel Honig. Niedriger glykämischer Index, weswegen Agavendicksaft oft anstatt Zucker verwendet wird.
  • Avocados | Ob im leckeren Smoothie, als Basis für Schokoladenmousse oder Eis, als Guacamole oder Brotaufstrich, Avocados sind vielfältig zu verwenden. In Deutschland hatte die Avocado auf Grund ihrer Konsistenz und dem hohen Fettgehalt von rund 25% lange Zeit den Namen Butterbirne.
  • Hefeflocken | Sogenannte Nährhefe, welche einen hohen Vitamin B-Wert besitzt. Weitere Namen sind auch Edelhefeflocken oder Nährhefeflocken. Erhältlich im Bioladen und in manchen Supermärkten. Wird in der veganen Küche genutzt, um den beliebten Hefeschmelz herzustellen, welcher zum Überbacken genutzt wird. Schmeckt aber auch als Parmesan-Ersatz oder einfach als Würze über Salat gegeben. Basis für viele Aufstriche.
  • Hülsenfrüchte | Haben einen hohen Proteingehalt und sind in der veganen Küche schon  daher unverzichtbar. Erbsen, Bohnen, Linsen, Kichererbsen… – da kommt keine Langeweile auf.
  • Muse | Aus verschiedenen Nüssen und Steinkernen von Steinfrüchten (Mandeln, Kokosnuss,…) sowie Erdmandeln (Pflanzenknolle) kannst Du im Blender tollste Muse machen oder diese im Handel kaufen. Mit hellem Mandelmus, ein wenig Wasser, einem Spritzer Zitronensaft und Salz kannst Du zum Beispiel eine tolle Alternative zum Überbacken herstellen. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren senken den Cholesterinspiegel, hoher Proteingehalt, Mineralstoffe, Spurenelemente, diverse Vitamine.
  • Seitan, Produkte aus texturiertem Soja, Seidentofu, Tofu und Tempeh | Diese Produkte werden oft als Ersatz für Fleisch gesehen, doch sind diese Produkte meines Erachtens eigenständige Lebensmittel, welche sich auf vielfältige Weise zubereiten lassen. Zugegeben, manche Zubereitungsarten erinnern auch an die Zubereitung von tierlichen Zutaten, doch solange kein Tier dafür leiden muss, ist dieses doch sehr legitim. Aus Seitan und texturiertem Soja lassen sich zum Beispiel tolle Burger formen, Tofu und Tempeh schmecken mariniert und angebraten, Seidentofu dient mit Kala Namak (indisches Schwarzsalz) als Rührei-Ersatz oder mit einem Block Naturtofu als Käsekuchen-Filling. Übrigens: Lass‘ Dich von einem möglicherweise verunglückten Tofu-Versuch nicht abschrecken (Diesen kennen sehr viele Veggies..), denn es benötigt manches Mal ein wenig Zeit um heraus zu finden, auf welche Art Du Deinen Tofu am liebsten zubereitet magst…

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Inspirationen

Um einen Einblick in die vegane Küche und die atemberaubende Vielfalt zu bekommen, stöbere Dich doch einfach mal durch unsere und viele andere tolle Blogs oder durchsuche die ein oder andere Gruppe bei Facebook, so z.B. die sehr beliebte Gruppe Ich packe auf mein veganes Tellerchen… . Heutzutage gibt es auch eine riesige Vielfalt an veganen Kochbüchern, welche Angelika von Bissen für’s Gewissen Dir noch näher vorstellen wird, und auch in den ausliegenden Werbeheftchen Deines Bioladens kannst Du manches Mal vegane Rezepte entdecken. Einmal mit dem Stöbern begonnen, wirst Du zahlreiche Inspirationen finden – da ist wirklich für jede/n Etwas dabei.

Bevor es nun mit der Verlosung weiter geht: Der nächste Artikel folgt dann bei Kathrin von Ein bisschen vegan und es wird um Nahrungsergänzung gehen (Durfte ich das an dieser Stelle schon verraten? Huch…). Folgt doch auch dem Stream des Vegan Blogger Collective bei Facebook oder auch Twitter (@VegBloggerC).

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Verlosung

Ich freue mich, dass ich für Euch zwei tolle Pakete zum Thema Kochen schnüren konnte und zwar findet ihr nachfolgende tolle Dinge darin:

(Foto Wok – © WMF)

1. Paket: Wok & vegane Kochbücher

2. Paket: Wok

Vielen lieben Dank an die genannten Unternehmen bzw. deren PR Agenturen für die freundliche Unterstützung. 1000 Dank! 

Um bei der Verlosung dabei zu sein musst Du in Deutschland, Österreich oder den Niederlanden eine Postanschrift haben, über 18 Jahre alt sein oder die Einverständnis zur Teilnahme von Deinen Eltern besitzen. Sende bis zum 01. August 2013 eine Email mit dem Betreff Veganize Your Kitchen an ShortyVeganGuide@AVeryVeganLife.de und beantworte nachfolgende Frage:

Welches vegane Rezept würdest Du anderen unbedingt empfehlen (Gerne mit Link)?

Die GewinnerInnen werden nach Beendigung der Verlosung via random.org ermittelt und per Mail benachrichtigt. Allen TeilnehmerInnen wünsche ich viel gaaanz Glück. Hey, sind wir eigentlich schon Freunde bei Facebook?

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Achtung: Die Kommentarfunktion ist hier nur für Ergänzungen der jeweiligen Texte und ggf. und gerne für Lobhudelei gedacht. Gewinnspiel-Teilnahmen per Kommentar sind ungültig und werden ausnahmslos gelöscht.

– Die GewinnerInnen wurden per Mail von mir benachrichtigt. Vielen lieben Dank an alle für die sehr zahlreiche Teilnahme. Danke. x, Lena